
Fondskongress Mannheim: Die Rente, wie wir sie kennen, steht zur Debatte. Und zwar ernsthaft.
Ein Thema hat den Fondskongress in Mannheim klar dominiert: die Neuregelung der Altersvorsorge in Deutschland. Im Zentrum steht nach Einschätzung von Werner Kolitsch vor allem ein Instrument: das Altersvorsorgedepot, dass sich an die breite Bevölkerung richten soll, um private Altersvorsorge einfacher, renditestärker und attraktiver zu machen.
Warum? Weil das bestehende System an seine Grenzen kommt.
Frau Prof. Dr.Dr.h.c. Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats, fand dafür deutliche Worte: Die gesetzliche Rente, wie wir sie heute kennen, steuert auf einen Kollaps zu. Eigentlich müssten wir alle länger arbeiten, Renten müssten gekürzt werden – oder dürften zumindest deutlich weniger steigen. Ihre klare Botschaft: Eine kapitalbasierte Rente ist kein Nice-to-have, sondern zwingend notwendig. Geld muss arbeiten, damit im Ruhestand Kapitaleinkommen entstehen – idealerweise durch regelmäßige Ausschüttungen.
Spannend war auch der Blick auf die Zielgruppen. Andreas Beys von Sauren stellte fest, dass sich die Finanzindustrie aktuell stark auf die junge Generation konzentriert. Das ist richtig und wichtig für langfristiges Sparen. Aber: Die Babyboomer dürfen nicht vergessen werden. Sie gehen bald in Rente und belasten das System zusätzlich. Auch sie müssen sich stärker über Kapitaleinkünfte finanzieren. Noch deutlicher wurde Prof. Dr. Raffelhüschen. Sein Statement blieb hängen: „Die Graumelierten sind nicht nur Teil des Problems – sie sind auch die Lösung des Problems!“ Die Graumelierten müssen jetzt schnell Lösungen für sich selbst finden.
Denn wenn die jungen Generationen künftig die gesamten Kosten der Altersversorgung tragen sollen, wird das System weiter ins Wanken geraten. Vielleicht klingt Altersvorsorge altmodisch und ein bisschen lästig. In Wahrheit geht es aber um unsere Lebensstandardsicherung. Um Freiheit. Um Selbstbestimmung im Ruhestand. Ein Punkt eint dabei alle Diskussionen: Ohne Finanzbildung wird es nicht funktionieren.
In den Schulen – und ganz akut durch gute, qualifizierte Beratung. Wir müssen weg vom Denken, dass Kapitalmarkt gleich Casinokapitalismus ist. Ruhestandsplanung geht jede Generation an.
Die gute Nachricht:
Mit der Neuregelung der geförderten Rente kann das endlich richtig gut gelingen. Wenn wir den Mut haben, umzudenken – und ins Handeln zu kommen.
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